Dortmund, Hannover, Heilbronn – Noch bevor es in die Winterpause geht hat es sich Nationaltrainer Melvine Smith zur Aufgabe gemacht in die unterschiedlichen Regionen Deutschland zu fahren und zu sichten. Denn es ist klar, in Zukunft braucht die Frauen 7er Nationalmannschaft mehr Spielerinnen. 

In den letzten Jahren hat sich immer wieder gezeigt, dass der Top-Kader einfach nicht groß genug ist. Zu wenig Spielerinnen in Deutschland sind auf einem Level ausgebildet, welches nötig ist um mit der Nationalmannschaft bei internationalen Wettkämpfen anzutreten. Vor allem am Ende der Saison kam es häufig zu vielen verletzungsbedingten Ausfällen – die dünne Spielerdichte hat es meist nicht möglich gemacht die Lücken angemessen aufzufüllen. In den vergangenen Jahren stellten die Nationaltrainer oft erst kurz vor der Europameisterschaft fest, dass es sogar schwierig wird einen Kader von 12 Spielerinnen zu nominieren. Die kurzfristigen Nachnominierungen von unerfahrenen Spielerinnen sollen in Zukunft nicht mehr die Regel sein.

Und die Teilnehmerzahlen der letzten Lehrgänge sorgen für Hoffnung. Beim Sichtungslehrgang in Hannover haben 40 Spielerinnen teilgenommen. Beim Camp in Heilbronn waren es sogar 75 Frauen. Melvine Smith erhofft sich durch die wachsende Teilnahme am Training eine stärkere Konkurrenz und demzufolge ein Wille der Leistungssteigerung bei jeder Einzelnen, um ihren Platz im Kader zu sichern. Einer der Ziele der Sichtungen war es, Talente zu finden und den Kader zu vergrößern. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich das nun machen kann. Bei den Sichtungen waren definitiv Spielerinnen dabei, die es in die Nationalmannschaft schaffen können und darüber bin ich sehr glücklich“, so Smith.

Anfang nächsten Jahres geht die „talent identification“ des Nationaltrainers weiter. Bereits in Planung sind Sichtungen in Berlin, Hessen und wenn möglich in weiteren anderen Regionen. Smith betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem Landesverband NRV sowie mit Guttram Hacker, der die Organisation des Lehrgangs in Heilbronn übernahm, sehr gut funktioniert hat.