Die deutschen U18-Juniorinnen haben bei die Europameisterschaft im 7er-Rugby im polnischen Jarocin auf dem 13. Platz abgeschlossen und sind damit hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Am zweiten Tag zeigte man nach einem überraschend schwachen Start gegen Schweden noch zwei souveräne Siege gegen Georgien und Gastgeber Polen. Den Titel sicherten sich erneut die Französinnen vor England und Russland.

Nach der Enttäuschung über das denkbar knappe Verpassen des angepeilten Cup-Viertelfinals sollte es wenigstens erneut der neunte Rang und damit die Wiederholung der Vorjahresplatzierung werden. In der Vorrunde hatte man zwar einen vor allem offensiv starken Auftakt gegen Portugal hingelegt (15:7), kassierte dann aber eine Lehrstunde in Kaltschnäuzigkeit und Effektivität gegen den alten und neuen Europameister Frankreich (0:45). Und dann gab man den beinahe sicher geglaubten Sieg gegen Tschechien mit der letzten Aktion noch aus den Händen. Nachdem man im letzten Gruppenspiel bereits einen zwischenzeitlichen Zehn-Punkte-Rückstand in eine Führung gedreht hatte, unterlag man am Ende mit 21:22 und musste damit die Gegnerinnen ins Viertelfinale einziehen lassen.

Das schien auch zu Beginn des zweiten Tages noch nicht aus den Köpfen verschwunden zu sein. Gegen die bis dahin sieg- und punktlosen Schwedinnen geriet man nach nicht einmal 20 Sekunden direkt in Rückstand, drehte durch Versuche von Katalina Bechtel (3.) und Rebekka Held (7.) das Ergebnis noch vor der Pause in eine 10:5-Führung. Direkt nach Wiederanpfiff legte Sophie Hacker sogar noch fünf Zähler nach (8.). Doch danach bekam man die Gegnerinnen nicht mehr in den Griff und ließ es zu, dass die Skandinavierinnen noch zwei Versuche – davon einen erhöht – zum 17:15-Sieg legen konnten.

Deutlich konzentrierter ging der DRV-Nachwuchs dann gegen Georgien zur Sache. Insbesondere die starke Katalina Bechtel war von den Osteuropäerinnen nicht in den Griff zu bekommen. Bis kurz nach der Pause hatte die schnelle Handschuhsheimerin mit drei Versuchen die klare 15:0-Führung herausgespielt. Und das deutsche Team stürmte gegen zeitweise überforderte Georgierinnen weiter nach vorn und kam durch Sophie Hacker (2) und Rebekka Held zu weiteren Versuchen, von denen Martha Roether zwei noch zum klaren und völlig verdienten 34:0-Endstand erhöhte.

Im Spiel um den 13. Platz stand man Polen gegenüber. Die Gastgeberinnen verteidigten gegen die spielfreudigeren Deutschen in erster Linie hart und intensiv, sodass man lange anlaufen musste, bis Hille Janssen in der 5. Minute erstmals für Punkte und den 5:0-Pausenstand sorgen konnte. Es blieb auch nach dem Seitenwechsel eine mühsame Aufgabe, doch die DRV-Auswahl spielte gegen die defensiv ordentlich zupackenden Polinnen gut strukturiert und konsequent weiter nach vorn und machte mit Versuchen von Laura Lipp (9.) und Martha Roether (14.) den Sack mit 15:0 zu.

Nationaltrainer Morne Laubscher: “Natürlich sind wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Aber positiv war, dass die Mädels bis zum Ende Charakter gezeigt haben. Wir haben gegen Portugal und zu Beginn auch gegen Frankreich gut angefangen. Dann hatten wir aber leider ein Tief, dass uns unsere Zielsetzung gekostet hat. Aber dann haben wir uns zurückgekämpft und auf einem Hoch bzw. mit einer wieder klaren Steigerung gegen Georgien und Polen das Turnier beendet. Ich denke, mit etwas mehr Zeit für Systemarbeit und größerer mentaler Stärke wäre eine Top-Acht-Platzierung auf jeden Fall drin gewesen. Insgesamt war es für alle eine wertvolle Erfahrung, und ich denke, dass wir optimistisch in die Zukunft blicken können auf das, was an jungen Spielerinnen nachkommt.”

(Foto: Rugby Europe / Szymon Gruchalski)