Während die 7er-Nationalmannschaft der Herren in Manchester um EM-Punkte, ging die weibliche U18 im schwedischen Enköping auf Titeljagd. Am Ende sprang in der Endabrechnung für beide DRV-Teams der achte Platz heraus. Die Juniorinnen feierten damit eine gelungene Premiere der kontinentalen Titelkämpfe in der olympischen Rugby-Variante. Die Männer konnten sich somit vom elften auf den zehnten Platz unter zwölf Mannschaften nach drei von vier Turnieren in der Grand Prix Serie (GPS) verbessern.

Die DRV VII der Herren sorgte dabei in ihrem Auftaktspiel für einen Paukenschlag. Das Team von Nationaltrainer Rainer Kumm besiegte das Team von Rekordeuropameister Portugal mit 19:14. Dabei drehte die deutsche Mannschaft in letzter Sekunde einen zwischenzeitlichen 5:14-Rückstand. In der anschließenden Partie gegen Wales war der Sieg zum Greifen nah. Bis kurz vor der Schlusssirene führte die DRV-Auswahl gegen den Ex-Weltmeister mit 24:19 – und musste sich mit dem letzten Spielzug der Partie doch noch mit 24:26 geschlagen geben. Gegen Frankreich setzte es zum Abschluss der Vorrunde dann eine deutliche 10:39-Schlappe. Bereits zur Halbzeit war die Begegnung beim Stand von 22:5 zu Gunsten des deutschen Angstgegners entschieden. Nun war die DRV-Mannschaft auf Schützenhilfe angewiesen. Die leisteten dann die Schotten in Form eines 45:0-Sieges gegen Georgien. Dadurch zog die DRV VII dank der besseren Spielpunktedifferenz (-32:-39) gegenüber Georgien als einer von zwei Gruppendritten in den Cup-Wettbewerb ein.

Zum Auftakt der Finalrunde traf Deutschland am zweiten Turniertag auf England. Nur in der ersten Halbzeit (0:14) konnte die DRV-Auswahl mithalten. In der zweiten Halbzeir zog der Gastgeber und Titelfavorit uneinholbar auf 35:0 davon. Im Plate-Halbfinale bekam es die deutsche Mannschaft dann mit dem dritten Team von der Insel zu tun. Gegen die Schotten setzte es dabei eine 12:35-Niederlage. Im abschließenden Spiel um Platz sieben ging es abermals gegen Wales. Nach einer 12:5-Führung musste sich die DRV schließlich dennoch mit 12:19 den Walisern geschlagen geben. Vor dem abschließenden Turnier der Grand Prix Series in Bukarest (20./21. September) konnte sich die DRV-Auswahl mit den achten Platz in Manchester im EM-Gesamtklassement vom elften auf den zehnten verbessern.

„Unsere Gruppe war mit Sicherheit die anspruchsvollste des Turniers. trotzdem haben wir es geschafft, uns für die Cup-Runde zu qualifizieren. Allein das ist ein großer Erfolg. Im Cup-Wettbewerb hat es leider zu einem weiteren Sieg nicht gereicht, allerdings hatten wir es im Turnierverlauf ausschließlich mit World-Series-Teilnehmern zu tun, die sich ausschließlich auf das olympische 7er-Rugby konzentrieren können.  Insgesamt können wir mit dem Auftritt der DRV VII sehr zufrieden sein. Der Abstand zu den europäischen Top-Nationen ist wieder ein deutliches Stück kleiner geworden. Zudem ist es der Mannschaft erstmals in der Geschichte des Deutschen Rugby-Verbands gelungen, die Portugiesen, ihres Zeichens immerhin Rekord-Europameister, zu bezwingen“, betont DRV-Leistungssportreferent Manuel Wilhelm.

EM-Gesamtklassement der Grand Prix Series (nach drei von vier Turnieren):

1. England/47 Punkte
2. Frankreich/44
3. Schottland/39
4. Russland/39
5. Belgien/35
6. Spanien/32
7. Georgien/25
8. Portugal/24
9. Wales/22
10. Deutschland/14
11. Italien/10
12. Rumänien/5

Bei der U18 des DRV war die Nervosität und Aufregung groß. Denn die 7er-EM der Juniorinnen feierte im schwedischen Enköping Premiere. Und die neu zusammengestellte Auswahl des deutschen Rugby-Verbandes feierte bei den europäischen Titelkämpfen ihre Feuertaufe. Und das gelang der Mannschaft von Nationaltrainerin Susanne Wiedemann mit Bravour.

Im Auftaktmatch gegen Russland setzte es zwar eine 0:26-Niederlage. Und gegen die Niederländerin reichte es nur zu einem Ehrenversuch bei der 5:26-Schlappe. Doch gegen Italien gelang der erste Sieg. Mit 15:5 behielten die DRV-Mädchen gegen die Südeuropäerinnen die Oberhand. Zum Abschluss der Vorrunde folgte dann der zweite Erfolg. Gegen Belgien gewann das deutsche Team mit 21:7. Als Gruppendritter ging es dann im Plate-Halbfinale gegen Portugal. Dort setzte es für die DRV-Auswahl eine knappe 5:10-Niederlage. Im abschließenden Spiel um Platz sieben ging es dann wieder gegen die Italienerinnen. Den Erfolg vom Vortag konnte die deutsche Mannschaft aber leider nicht wiederholen. Mit 19:10 konnten dieses Mal die Italienerinnen die Begegnung für sich entscheiden. Mit dem achten Platz und guten Leistungen feierte die deutsche Juniorinnen-Auswahl bei der erstmals ausgetragenen U18- Europameisterschaft eine gelungene Premiere.

Endklassement U18-EM der Juniorinnen in Enköping (Schweden):

1. England
2. Wales
3. Niederlande
4. Russland
5. Irland
6. Portugal
7. Italien
8. Deutschland
9. Schweden
10. Belgien

Foto: Rugby Europe/AJ Bell