Als Ziel für die 7er-EM im belgischen Lüttich haben die Verantwortlichen des Deutschen Rugby-Verbandes den fünften Platz ausgegeben. Doch am Enden kam es noch besser. Die U18-Mädels des DRV belegten in der Endabrechnung unter zwölf Mannschaften einen sensationellen dritten Platz. Lediglich Titelverteidiger England musste sich der deutsche Rugby-Nachwuchs zweimal geschlagen geben: Im Gruppenspiel mit 0:39 und in Halbfinale mit 5:43. Doch als die deutsche 7er-Nachwuchsnationalmannschaft Portugal mit 19:0 im kleinen Finale besiegte, kannte der Jubel im DRV-Lager keine Grenzen mehr.

Dabei zeigte sich, dass die deutsche Mannschaft ein schweres EM-Los gezogen hatte. Denn mit dem alten und neuen Europameister England, Portugal und der deutschen Mannschaften standen gleich drei Teams aus der Vorrundengruppe A im Halbfinale. Doch die Auswahl von Nationaltrainer Melvine Smith zeigte sich vom ersten Spiel an hellwach. Gegen Portugal gab es zum Auftakt einen 12:0-Sieg. Der 0:39-Niederlage gegen England folgte gegen die Ukraine ein 22:5-Erfolg. Damit zog die DRV-Mannschaft in das EM-Viertelfinale am zweiten Turniertag gegen Wales ein. Dort setzte das deutsche Team ihren Erfolgsweg fort und gewann mit 27:12. Gegen England war bei der erneuten Niederlage im Halbfinale abermals nichts zu holen. Im Gegensatz dazu behielten die DRV-Mädels gegen Portugal im kleinen Finale nochmals die Oberhand und krönten ihre starke Leistung mit der Bronzemedaille.

“Der dritte EM-Platz ist das Ergebnis harter und zielgerichteter Arbeit. Mit Melvine Smith haben wir als Trainer einen Fachmann engagiert, der auf eine gute Generation von Rugbyspielerinnen zurückgreifen kann”, sagt DRV-Leistungssportreferent Manuel Wilhelm. “Als Schlüssel zum Erfolg ist auch die Maßnahme zu bewerten, einige U18-Akteurinnen mit zu der europäischen Olympia-Qualifikation in Lissabon zu nehmen, damit sie dort auf höchstem Niveau Erfahrung sammeln konnten.”  Nun gilt es für den DRV ein Trainingssystem zu schaffen, in welchem diese Generation an Spielerinnen zielgerichtet gefördert und die noch vorhandenen Defizite wie im Bereich Fitness ausgemerzt werden können. 

Abschlussklassement 7er-EM 2015 weibliche U18:

1. England
2. Spanien
3. Deutschland
4. Portugal
5. Niederlande
6. Irland
7. Wales
8. Belgien
9. Italien
10. Ukraine
11. Schweden
12. Russland

EM-Kader der U18 des DRV:

FC St. Pauli: Josephine Pora, Freya Sibbertsen
Grashof Essen: Ines Schulz
Heidelberger RK: Laura Waldmann
RC Aachen: Nora Baltruweit
RG Heidelberg: Johanna Hacker
RK 03 Berlin: Julia Braun, Celine Fehmann
SC Neuenheim: Lea-Sophia Predikant, Anne-Liese Schömer
Wiedenbrücker TV: Sarah Titgemeyer
TV Pforzheim: Tina Schucker