Die Rugby-Herren der RG Heidelberg haben auf der Anlage des SC Neuenheim in Heidelberg zum dritten Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft im olympischen 7er-Rugby gewonnen. Bereits zwischen 1997 und 1999 war den „Orange Hearts“ dieses Kunststück schon einmal gelungen. Wie schon im Vorjahr setzte sich die RGH im Finale gegen den TV Pforzheim durch. Am Ende einer spannenden Partie stand es 14:5 (7:0) für das Team, das über das gesamte Turnier hinweg den stärksten Eindruck hinterlassen hatte. Die „Rhinos“ aus Pforzheim mussten sich damit bereits im zweiten Finale dieser Saison geschlagen geben, nachdem man bereits das Endspiel um die Deutsche 15er-Meisterschaft knapp gegen den Heidelberger RK verloren hatte. Der 15er-Champion sicherte sich an diesem Wochenende in der 7er-Konkurrenz immerhin Rang drei mit einem 26:10 im kleinen Finale gegen den SC Germania List.

„Ein großes Lob an die Jungs! Ich bin superstolz auf diese Mannschaft“, sagte RGH-Coach Christopher Weselek. „Es ist alles andere als selbstverständlich, drei Titel in Serie zu holen, und auch heute was das auf keinen Fall ein Selbstläufer. Das Niveau an der deutschen Spitze ist merklich größer geworden. Die Teams liegen wirklich sehr eng beieinander.“

RGH-Nationalspieler Bastian Himmer: „Mit dem Ergebnis sind wir natürlich sehr zufrieden, mit dem Finale an sich nicht wirklich. Aber wir haben gewonnen – wie, das interessiert jetzt nicht mehr.“ Auch Teamkollege Fabian Heimpel zeigte sich „superglücklich, am Ende einer langen Saison noch einen Titel geholt zu haben. Ich denke, das ist auch wichtig für den Verein, der uns und das Siebener-Programm sehr unterstützt.“

Pforzheims Oliver Paine zollte dem Gegner seinen Respekt: „Die RGH war in diesem Spiel einfach geduldiger und hat seine Chancen besser genutzt. Und das macht im 7er-Rugby eben den Unterschied.“

Die neuerlichen Endspiel-Gegner begannen beiderseits ein wenig nervös, vergaben jeweils die ersten guten Gelegenheiten aufgrund schlechter Offloads. Doch die RGH fing sich als erstes: Fabian Heimpel hatte die nächste gute Ausgangsposition ebenfalls beinahe schon vertändelt, da kam der Ball zu Nationalmannschaftskollege Tim Lichtenberg, der den ersten, von Heimpel dann erhöhten Versuch zum 7:0 legte. Pforzheim hielt allerdings gegen die an diesem Wochenende so dominant auftretenden Heidelberger allerdings gut mit, kam mehrfach nahe an die Mallinie, doch die RGH-Verteidigung hielt stand. Auf der anderen Seite hatte die RG den zweiten Versuch vor Augen, aber der Pass von Robin Plümpe auf Lichtenberg war ein Vorball. So blieb es beim knappen 7:0 zur Halbzeit.

Gleich nach Wiederanpfiff war es erneut ein Vorball, der den zweiten Versuch für die RGH verhinderte. Die Rhinos blieben aber weiter im Spiel und verkürzten durch einen Versuch von Luka Wakefield auf 5:7. Der Erhöhungskick von Matthew Bressons verfehlte sein Ziel allerdings knapp. Jetzt war Pforzheim am Drücker, doch Bressons brachte einen Offload für einen sicheren Versuch nicht an den Mann. Es gab Gedränge für die RGH an deren eigener Mallinie, der Ball kam erneut zu Tim Lichtenberg, der einen Sprint über das gesamte Feld anzog und dabei selbst von TVP-Sprinter Manasah Sita nicht mehr eingeholt werden konnte. Die Erhöhung von Heimpel war Formsache und der Titelverteidiger lag 14:5 vorn. Die Goldstädter gaben sich jedoch noch nicht geschlagen, kamen mit Rob May noch mal bis kurz vor das gegnerische Malfeld, aber eben nicht hinein. Heidelberg befreite sich mit einem langen Kick und sicherte sich damit den dritten Titel in Serie.

Bereits im Halbfinale war es zum Heidelberger Nachbarschaftsduell zwischen der RGH und 15er-Meister RK Heidelberg gekommen. In einer physisch geführten und hart umkämpften Partie hatte sich am Ende der Titelverteidiger mit 22:12 durchgesetzt. Eine etwas klarere Angelegenheit hingegen war das Halbfinale zwischen Pforzheim und dem SC Germania List, welches die Rhinos am Ende verdient mit 20:7 für sich entschieden hatten.

Abschlussklassement der Deutschen Meisterschaft 2017 im 7er Rugby:
1. RG Heidelberg, 2. TV Pforzheim, 3. Heidelberger RK, 4. SC Germania List, 5. Hannover 78, 6. ASV Köln, 7. RK Heusenstamm, 8. SC Neuenheim, 9. TSV Handschuhsheim, 10. RC Leipzig, 11. RC Rottweil, 12. StuSta München, 13. Heidelberger TV, 14. BTS 1861 Bayreuth, 15. Berliner RC, 16. RC Tübingen