Die 7er-Frauen des Deutschen Rugby-Verbandes sind zurückgekehrt ins europäische Oberhaus und spielen in der nächsten Saison wieder in der Sevens Grand Prix Series! Zwar musste das Team von Trainer Melvine Smith auch beim zweiten Turnier der Women’s Sevens Trophy im ungarischen Esztergom den favorisierten Schottinnen den Sieg überlassen (5:33), doch bereits der Finaleinzug mit dem verdienten 17:7-Halbfinalsieg gegen die schärfsten Konkurrentinnen aus der Ukraine genügte für den Aufstieg.

„Unser Ziel war die Top-2 in der Gesamtwertung, und das haben wir mit einer starken leistung im entscheidenden Spiel am Ende auch erreicht“, konstatierte Coach Melvine Smith. „Gegen die Ukraine haben wir gesehen, wie es laufen kann, wenn man dem Gameplan folgt und daran glaubt. Das letzte Spiel war dann schwierig für die Mädels, aber wir waren gegen Schottland besser als noch im ersten Turnier. Insgesamt bin ich superstolz auf die Mädels. Wir wissen natürlich, wie hoch das Niveau in der Grand Prix Series ist. Jetzt müssen wir schauen, ob wir die Rahmenbedingungen schaffen können, um uns so gut wie möglich auf diese Herausforderung vorbereiten zu können.“

Die deutschen Frauen hatten eine insgesamt souveräne, wenn auch nicht in allen Belangen überzeugende Gruppenphase absolviert. Doch die Konkurrenz aus Israel (26:0), der Schweiz (29:12) sowie aus Ungarn (53:5) war dem DRV-Team nicht gewachsen. Insbesondere mit der Leistung im abschließenden Gruppenspiel gegen die Gastgeberinnen hatten die Smith-Schützlinge ihre Ambitionen eindrucksvoll unterstrichen. „Da haben die Mädels absolut gezeigt haben, wozu sie fähig sind“, lobte der Trainer.

An diese Leistung konnte man allerdings am Sonntagvormittag im Viertelfinale gegen Finnland noch nicht anknüpfen. Zunächst sah es nach einer klaren Angelegenheit aus. Die Deutschen bestimmten das Geschehen, gingen durch Versuche von Leonie Hollstein (3.) und Mette Zimmat (4.) auch verdient in Führung und ließen die Skandinavierinnen kaum ins Spiel kommen. Allerdings hatte sich Hollstein bei ihrem Versuch am Kreuzband verletzt und konnte nicht weiter mitwirken. Erst in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs war es Finnland erstmals gelungen, eine Lücke im ansonsten sicheren Abwehrverbund der DRV-Frauen zu finden, sodass der Pausenstand mit 7:10 knapper war, als es der Spielverlauf hätte vermuten lassen.

Deutschland legte zu Beginn der zweiten Hälfte nach, nachdem Steffi Gruber gut vorbereitet hatte, den Versuch dann aber Lisa Bohrmann verbuchte (9.). Als die Finninnen dann auch noch eine Zeitstrafe für ein zu hohes Tackling an Bohrmann bekamen, schien die Partie entschieden, doch erneut kurz vor Schluss fanden die Gegnerinnen nochmals eine Lücke und liefen zum zweiten erhöhten Versuch ein. Die Partie war damit beendet, doch der 15:14-Erfolg für das deutsche Team war am Ende knapper, als es nötig gewesen wäre.

So kam es im Halbfinale zum alles entscheidenden Duell um den Aufstieg in die Grand Prix Series gegen die Ukraine. Die DRV-Frauen begannen sehr konzentriert, packten gegen die schnellen Osteuropäerinnen in der Verteidigung gut zu und erarbeiteten sich früh mehr Spielanteile. Doch die ersten Gelegenheiten wurden noch nicht genutzt. Erst in der 5. Minute belohnte Julia Braun ihr Team für die engagierte Leistung mit dem ersten Versuch. Braun war es auch, die in der Nachspielzeit der ersten Hälfte erneut zwei Verteidigerinnen entwischt war und mit ihrem zweiten Versuch zum 10:0-Halbzeitstand erhöhte.

Deutschland blieb auch danach deutlich am Drücker, konnte allerdings zunächst nicht weiter punkten. Lisa Bohrmann (9.), Steffi Gruber und Mette Zimmat (10.) etwa kamen zwar nahe an das ukrainische Malfeld, aber eben knapp nicht hinein. Der dritte Versuch und damit die Vorentscheidung lang förmlich in der Luft, zumal die Ukraine weiterhin kein Mittel gegen die starke deutsche Defensive fand. Erst in der Nachspielzeit machte Steffi Gruber endlich den Deckel drauf, Julia Braun erhöhte den dritten versuch zum 17:0. Dass die Ukraine danach noch auf 7:17 verkürzte, ging im Jubel über den wichtigen Sieg beinahe unter.

Wie schon in Ostrava (CZE) ging es im Endspiel von Esztergom erneut gegen Schottland. Und auch diesmal zeigten die Highlanderinnen, warum sie in diesem Wettbewerb das mit Abstand stärkste Team waren. Schnell gingen sie mit zwei Versuchen und 12:0 in Führung. Deutschland hielt mit einigen langen Angriffsphasen ordentlich dagegen, biss sich aber an der aggressiven Verteidigung der Schottinnen die Zähne aus. Auf der anderen Seite fuhr der Gegner noch einen Konter zum 19:0 Halbzeitstand. Ähnlich verlief der zweite Durchgang auch: Deutschland hatte immer wieder Phasen mit viel Ballbesitz, konnte daraus aber keinen Profit schlagen, während Schottland seine Chancen effektiv nutzte und noch zwei Versuche zum 33:0 nachlegte. Erst in der Schlussphase fasste sich Mette Zimmat ein Herz, nutzte eine Lücke und sorgte mit ihrem Versuch für Ergebniskosmetik.

Abschlussklassement in Esztergom (HUN):
1.Schottland, 2. Deutschland, 3. Ukraine, 4. Rumänien, 5. Tschechien, 6. Schweiz, 7. Finnland, 8. Lettland, 9. Ungarn, 10. Israel, 11. Malta
(Moldawien war in Esztergom nicht mehr angetreten)

Endstand Women’s Sevens Trophy nach zwei Turnieren:
1. Schottland (40 Punkte), 2. Deutschland (36), 3. Ukraine (32), 4. Rumänien (28), 5. Tschechien (22), 6. Ungarn (16), 7. Schweiz (16), 8. Finnland (16), 9. Lettland (9), 10. Israel (5), 11. Malta (3)