Die deutschen 7er-Rugbyherren haben beim vierten und letzten Turnier der europäischen Sevens Grand Prix Series 2017 im englischen Exeter am ersten Tag erneut den Einzug ins Viertelfinale perfekt gemacht. Nach starken Leistungen und zwei Siegen gegen Italien (17:12) und Gastgeber England (17:5) musste man sich zwar im abschließenden Gruppenspiel erneut den Spaniern geschlagen geben (12:21), aber mit dem Viertelfinal-Einzug, und weil Italien als erster Verfolger dieser Schritt nicht gelang, haben die DRV-Männer zum dritten Mal in Folge das Ticket für die Hong Kong Sevens gesichert und haben damit erneut die Chance, sich für die Siebener-Weltserie zu qualifizieren. Im Viertelfinale geht es am Sonntag ab 13.36 Uhr (MESZ) gegen Wales weiter.

„Wir sind insgesamt zufrieden mit dem guten ersten Tag und zwei Siegen aus drei Spielen. Ein bisschen enttäuscht zwar, dass wir gegen Spanien nicht auch gewinnen konnten, aber wir haben uns trotzdem eine gute Ausgangsposition für den zweiten Turniertag geschaffen“, sagte Trainer Chad Shepherd. „Sonntag wird wichtig für uns. Wir wollen das Viertelfinale gegen Wales wieder für uns entscheiden und zumindest Rang vier in Europa zementieren. Wir sind bislang ohne größere Verletzungen geblieben, sind also gut vorbereitet, um am zweiten Tag noch mal richtig anzugreifen.“

Im Auftaktspiel ging es gleich gegen Verfolger Italien, und es wurde ein knappes Spiel, in dem die Südeuropäer zeigten, dass sie dem deutschen Team durchaus gefährlich werden können. Luca Zini gelang nach zwei Minuten der Durchbruch zum nicht erhöhten ersten Versuch und zum 0:5 aus deutscher Sicht. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Kapitän Bastian Himmer bereitete schön vor, Fabian Heimpel als Unterstützung bekam den Ball und lief zum von ihm selbst erhöhten Versuch ein (3.). Doch Italien blieb gefährlich, und nach einem verpassten Tackling nutzte Andrea Pratichetti die Chance, sein Team wieder in Führung zu bringen – 12:7 (5.). Nach einem klugen Kick von Heimpel auf die rechte Seite konnte Tim Lichtenberg gerade noch eingeholt werden. Im Ruck ging der Ball zwar verloren, aber wurde umgehend zurück erobert. Und so ergab sich noch vor dem Pausenpfiff die Möglichkeit für Leon Hees, der einen Verteidiger abschütteln konnte und die Partie zur Halbzeit zum 12:12 ausglich (7.).

Nach dem Seitenwechsel war es ein eher zerfahrenes Spiel mit vielen Ballverlusten auf beiden Seiten. Die besseren Chancen hatte das spielerisch bessere deutsche Team, doch diese wurden nicht verwertet. So blieb es bis in die Nachspielzeit eng, bis Sam Rainger einen Pass der Italiener abfing, Bastian Himmer auf der rechten Außenbahn bediente, der den Versuch zum knappen 17:12-Auftaktsieg legte (14.).

Im wichtigen zweiten Spiel gegen die World League erfahrenen Engländer zeigten sich die DRV-Männer bestens eingestellt. Die Gastgeber bekamen im ersten Durchgang kaum einmal Zugriff auf das Spiel. In der 2. Minute bediente Steffen Liebig Fabian Heimpel, der trotz eines tackelnden Gegenspielers mit langem Arm in der rechten Ecke des Malfelds ablegen konnte. Vor allem das deutsche Passspiel war bärenstark: Anjo Buckman auf Jarrod Saul und der mit dem Offload auf Steffen Liebig, der zum 10:0 ablegen konnte (5.). Deutschland machte weiter enorm Druck und brachte sich nach einem Ballgewinn kurz vor der Pause noch einmal in gute Position. Wieder lief der Ball gut durch die deutschen Reihen. Diesmal profitierte Tim Lichtenberg, der mit seinem erhöhten Versuch den klaren 17:0-Halbzeitstand herstellte.

England besann sich in der zweiten Spielhälfte auf seine Stärken und kam deutlich besser ins Spiel, doch die deutsche Abwehr war aufmerksam und packte immer wieder herzhaft zu, sodass der englische Versuch durch Mason Tonks in der 10. Minute hart erarbeitet werden musste. Doch die Engländer forderten der DRV-Defensive nun alles ab, kamen kurz vor Schluss noch einmal gefährlich auf, doch ein fallengelassener Ball und der Kick ins Aus von Fabian Heimpel beendeten die Partie beim Stand von 17:5 für die DRV-Auswahl.

Das Viertelfinale war damit auch im vierten GPS-Turnier der Saison erreicht, doch im abschließenden Gruppenspiel gegen Spanien ging es noch um den Gruppensieg. Die Erzrivalen von der iberischen Halbinsel gingen nach jeweils erhöhten Versuchen von Manuel Sainz Tarapaya (2.) und Francisco Hernandez (5.) in Führung, doch die DRVer hatten ebenfalls ihre Chancen. Sam Rainger war in der 3. Minute schon durch, sah sich jedoch durch den Verfolger bedroht und wollte den Ball noch passen, doch das wurde verhindert. In der 6. Minute war es dann Tim Lichtenberg, der mit einer sehenswerten Körpertäuschung drei Spanier aussteigen ließ, durchbrach und den Ball an den jungen Joshua Tasche gab, der bis unter die Stangen sprintete. Heimpels Erhöhungskick besiegelte den 7:14-Pausenstand aus DRV-Sicht.

Es blieb eine Partie auf Augenhöhe, in der Leon Hees nach mehreren deutschen Anläufen auf der rechten Außenbahn ins Malfeld lief. Heimpels Erhöhungskick ging rechts vorbei, aber Deutschland war mit 12:14 wieder dran (12.). Doch die favorisierten Spanier hatten noch eine Antwort parat. Javier De Juan machte fast im Gegenzug mit seinem erhöhten Versuch alles klar für die Spanier, die mit einem 21:12 als ungeschlagener Gruppenerster ins Viertelfinale einzogen.

(Foto: Jan Perlich)