Mit den kürzlich in München stattfindenden DHL Oktoberfest 7s dürfte der Rugbysport zahlreiche neue Fans in Deutschland gewonnen haben. Viele Kinder und Jugendliche werden schon bald in einem der 126 Rugby-Vereine von Flensburg bis Konstanz anfragen, wann denn das nächste Training stattfindet. Dabei stehen die Vereine oft vor dem Dilemma, dass nicht genügend Trainerinnen und Trainer zur Verfügung stehen um Spielerinnen und Spieler zu betreuen.

 Dass eine nachhaltige Entwicklung einer Sportart auf einer breiten Basis gut ausgebildeter Trainer basiert, hat der Deutsche Rugby-Verband erkannt und geht mit der Reformation des Ausbildungssystems neue und innovative Wege. Mit einem Pilotprojekt startet im November 2017 die A-Trainerausbildung Rugby erstmals im so genannten Blended-Learning-Format und auf Basis des Social-Video-Learning-Konzeptes. Unterstützt wird der DRV dabei mit Mitteln aus dem Innovationsfonds des DOSB und in der praktischen Umsetzung durch die Berliner Agentur 2Kplus-Management.

Das Ziel der „Digitalisierung der Lehre” ist dabei, sowohl eine Qualitätssteigerung als auch eine höhere Effizienz der Ausbildung zu erreichen. Beim Blended Learning wechseln sich Onlinephasen mit Präsenzphasen ab, ein Prinzip das Hochschulen und Universitäten schon seit einigen Jahren anwenden. Dieser Ansatz unterscheidet sich vom E-Learning, also einer rein online-basierten Bildung. Das Konzept des Social-Video-Learnings beschreibt den Austausch durch Videos. Dabei sind auch die Kursteilnehmer interaktiv in die Bearbeitung und punktgenaue Kommentierung von Praxis-Videos eingebunden.

Feedback durch punktgenaue Video-Kommentare
In den kommenden Wochen und Monaten müssen viele theoretische Inhalte anders aufbereitet werden, damit sie als E-Learning-Einheiten nutzbar sind. Darüber hinaus muss es gelingen, die praktischen Ausbildungsinhalte durch ein Videoaufnahme- und Feedback-System stärker in den Lernphasen zu durchdringen. Mit dem „Edubreak SportCampus“ hat der DRV hier eine perfekte und international ausgezeichnete Plattform gefunden und zur Verfügung gestellt. Sie ist webbasiert – man benötigt nur einen Webbrowser – und bietet alles, was zum online Lernen gebraucht wird. Sie ist so aufgebaut, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kürzester Zeit damit arbeiten können.

Von anderen lernen
Im gesamten Prozess ist es wichtig, sich auch mit anderen Sportarten auszutauschen. Basketball und Fußball nutzen dieses Konzept schon seit einiger Zeit sehr erfolgreich. Deshalb wird man auch von Seiten des DRV den Austausch mit anderen Teamsportarten suchen, um von deren Erfahrungen zu profitieren.

Kompetenzen und Erfahrungen weitergeben
Perspektivisch soll die gesamte Aus-und Fortbildung des DRV in das Blended-Learning-Format überführt werden. Erste Zwischenergebnisse sollen bei der Bundestrainerkonferenz im Januar auch den Landesverbänden mitgeteilt werden. Mit den Erfahrungen dieses Pilotprojektes steht der DRV dann den Landesverbänden beratend für die C-Trainer Ausbildung zur Seite.

„Mit der Digitalisierung der Trainerbildung hat der Deutsche Rugby-Verband eine wichtige strategische Entwicklung angestoßen, um die Sportart langfristig und nachhaltig in Deutschland zu entwickeln“, sagt Peter Smutna, Ausbildungsleiter der Deutschen Rugby Akademie. „Wir freuen uns, ab sofort ein absolut innovatives Konzept nutzen zu können, um die Ausbildung von hoch qualifizierten Trainern vereinfachen und vor allem effizienter gestalten zu können.“