Die U18-Auswahl des Deutschen Rugby-Verbandes hat das vom 7. bis 16. April im französischen Britanny stattfindenden Europameisterschaftsturnier auf dem vierten Platz abgeschlossen. Die deutschen Junioren waren vor der EM vom europäischen Rugby-Verband von der Division I „Championship“ in die Division II „Trophy“ herabgestuft worden.

„Wir waren sehr enttäuscht darüber, dass wir dieses Jahr nicht mehr in der Championship-Gruppe antreten durften und haben natürlich den Anspruch, uns künftig wieder mit den besten Teams Europas zu messen“, sagte der Sportwart der Deutschen Rugby-Jugend Ferdinand Sacksofsky. Im ersten Spiel traf das deutsche Team auf Luxemburg. „Man kennt sie und wir werden sie nicht unterschätzen. Sie haben kontinuierlichen Spielbetrieb in Belgien und Frankreich und sind daher sehr stark einzuschätzen“, sagten die beiden Nationaltrainer vor dem Spiel. Entsprechend konzentriert war das Team der Deutschen Rugby-Jugend in die Partie gegangen und spielte seine Stärken konsequent aus. Das DRJ-Team zeigte, dass es seine Gegner mit einem schnellen und dynamischen Spiel unter Druck setzen kann. Unterstützt wurde dies durch eine solide Verteidigung, wodurch das Team selten in Bedrängnis kam. Das DRJ-Team siegte letztlich deutlich mit 67:5.

Das Trainerteam um Christian Lill und Jan Ceselka erwartete mit Blick auf den nächsten Gegner, die Niederlande, einen physisch starken und athletischen Sturm sowie eine äußerst laufstarke und spielfreudige Hintermannschaft. Diesen Fakt im Bewusstsein, stellte das Team seine Taktik entsprechend ein. Die DRJ-Auswahl schaffte es so, das Spiel zu kontrollieren und früh in Führung zu gehen. Nach den ersten 20 Minuten drehte sich das Blatt jedoch. Die Holländer kamen besser in das Spiel und brachten die deutsche Auswahl zunehmend in Bedrängnis. Die DRJ-U18 wurde vom agilen Sturm sowie von der schnellen und gut eingespielten Hintermannschaft der Gegner sprichwörtlich überrollt und musste sich so dem europäischen Nachbarn mit 15:29 geschlagen geben. „So eine Niederlage ist bitter und tut natürlich weh, aber am Ende geht der Sieg für Holland in Ordnung“, sagte DRJ-Nationaltrainer Christian Lill am Ende des Spiels.

Im abschließenden Spiel um den dritten Platz traf die deutsche Auswahl auf Rumänien. DRJ-Sportwart Ferdinand Sacksofsky schätze das Team sehr stark ein. „Sie haben Russland einen großen Kampf geliefert. Die Rumänen sind physisch wohl ähnlich stark wie die Holländer und auch technisch auf ähnlichem Niveau. Dennoch pflegen sie ein anderes System und eine andere Spielkultur als die Niederlande.“ Die deutschen Rugby-Junioren bereiteten sich deswegen intensiv und sehr individuell auf die Rumänen vor. Und zunächst sah es auch danach aus, als könne das DRJ-Team die Partie auch siegreich gestalten. Man hielt mit viel Engagement und einer starken kämpferischen Leistung dagegen, doch in der Nachspielzeit legte Rumänien den entscheidenden Versuch zur 14:18 (7:8)-Niederlage der deutschen U18-Nationalmannschaft. Im Ergebnis erreichte Deutschland damit den zwölften Platz von 20 teilnehmenden Teams in der Gesamtwertung.

Der deutsche Kader in Britanny:

RG Heidelberg: Wolfram Hacker
Heidelberger RK: Nikita Ovchinnikov
TSV Handschuhsheim: Noah Ellenbogen, Benedikt Müssig, Emil Schäfer
RC Rottweil: Vincent Holpp
SC Frankfurt 1880: Marcel Becker, John Smith, Simon Trebbin, Luis Diel, Emil Rupf, Phlipp Grimm
Hannover 78: Michel Himmer, Niklas Stehling
VfR Döhren: Justin Renc
Bremen 1860: Luis Ball
Berliner RC: Anton Gleitze, Philipp Gleitze, Daniel Wurm, Justus Zimmermann, Tom Tusche, Andreas Weinberger, Francisco Arruda
IS Düsseldorf: Jack Hunt
England: Hugo Kellaway