Das hatte bisher nur der 21-fache Rekordmeister Victoria Linden (Hannover) geschafft: sechs DM-Titel in Folge. Der Heidelberger RK hat nun nachgezogen und sich im Finale um die 95. Deutsche Rugby-Meisterschaft im heimischen Sportzentrum Süd vor rund 1200 Zuschauern gegen den TV Pforzheim mit 53:27 (29:6) durchgesetzt. Mit dem sechsten Titel seit 2010 hat der „Klub“ das Dutzend an deutschen Meisterschaften vollgemacht. Der TV Pforzheim muss sich dagegen zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren den Kurpfälzern geschlagen geben.

In der Neuauflage des Finales aus dem Vorjahr ließ der Titelverteidiger aus Heidelberg von Beginn an nichts anbrennen. Schon nach zwei Spielminuten ging der HRK mit einem verwandelten Straftritt durch Verbinder Raynor Parkinson 3:0 in Führung – und gab diese nicht wieder her. Bis zur Halbzeit legte der Heidelberger RK mit vier erhöhten Versuchen nach. Die „Rhinos“ konnten lediglich mit zwei verwandelten Straftritten durch Verbinder Jeremy Te Huia zum zwischenzeitlichen 10:3 (14.) und 17:6 (28.) auf den Sturmlauf des Titelverteidigers reagieren. Die zweite Halbzeit begann so wie der erste Durchgang – mit einem verwandelten Straftritt durch HRK-Verbinder Parkinson zum 32:6. Anscheinend ein Weckruf für den TV Pforzheim. Denn im Anschluss verkürzten die Goldstädter durch Innendreiviertel Carlos Soteras-Merz (51.) und Hakler Bryn Templeman (58.) mit zwei Versuchen, die beide durch Te Huia erfolgreich erhöht wurden, auf 20:32. Doch dann legte der Heidelberger RK noch einen Gang zu und kam zu drei weiteren erhöhten Versuchen (62., 66. 80+2.), die der TV Pforzheim mit lediglich einem weiteren Versuch zum 27:46 (79.) kontern konnte.

„Du musst dir den Sieg gegen Pforzheim verdienen. Wir wussten, dass sie eine gefährliche Hintermannschaft haben und wir 80 Minuten hart arbeiten müssen, um das Finale zu gewinnen“, sagte der sichtbar glückliche HRK-Trainer Kobus Potgieter nach dem Abpfiff durch den souverän leitenden Schiedsrichter Frank Himmer. Dabei fasste Potgieter bereits das nächste Ziel ins Auge und machte eine Kampfansage an die Konkurrenz: „ Wir arbeiten, um Titel zu gewinnen. Wir spielen nicht, um zu verlieren. Auch in der kommenden Saison wollen wir unseren Titel verteidigen. Heute Abend feiern wir aber erstmal die Meisterschaft 2015.“ Beim TV Pforzheim herrscht dagegen verständlicher Weise der Blues. „Das war mal wieder nichts“, musste der enttäuschte TVP-Teammanager Jens Poff die erneute Finalniederlage gegen den HRK eingestehen. „Aber die Moral hat gestimmt und wir haben uns besser als befürchtet aus der Affäre gezogen und bis zum Schlusspfiff gekämpft.“ Bemerkbar machte sich bei der Niederlage besonders der Ausfall des Außendreiviertels Manasah Sita, der sich im Halbfinale gegen den SC Neuenheim an der Schulter verletze, und nun mit seiner Schnelligkeit dem Spiel des TV Pforzheim fehlte.

Der TV Pforzheim setzt nun alles daran, in der kommenden Saison die Siegesserie des Heidelberger RK zu stoppen – und selbst das erste Mal den deutschen Meistertitel zu holen.