Der Auftakt in die 7er-Europameisterschaft 2015 und die damit verbundene Olympiaqualifikation für Rio 2016 hätte für die deutsche Nationalmannschaft kaum besser laufen können. Beim ersten Turnier der Grand Prix Series (GPS) in Moskau holte sich die DRV VII mit dem sechsten Platz unter zwölf Teams das beste Ergebnis in ihrer Geschichte. Damit hat sich die Mannschaft eine hervorragende Ausgangsposition für das zweite GPS-Turnier in Lyon am kommenden Wochenende (13./14. Juni) verschafft.

Dabei begann die Reise in die russische Hauptstadt kurios. Auf dem Flug mit der Lufthansa von Frankfurt/Main nach Moskau ging das Gepäck der Spieler Sam Rainger (RK Heusenstamm), Marvin Dieckmann und Bastian Himmer (beide RG Heidelberg) verloren. In neuem Schuhwerk und auf ungewohntem Kunstrasen zog sich Rainger dann zu allem Überfluss eine Knöchelverletzung zu. Sein Einsatz in Lyon ist daher fraglich. Dennoch zeigte die Mannschaft von Nationaltrainer Rainer Kumm am ersten Turniertag eine starke Leistung. Zwar folgte dem 12:7-Auftaktsieg gegen Spanien eine 12:26-Niederlage gegen Gastgeber Russland, doch mit einem 24:5-Erfolg im letzten Spiel der Vorrunde gegen Italien zog die DRV VII als Zweiter der Gruppe C in das Viertelfinale ein.

Doch der Start in den zweiten Turniertag misslang gründlich. Gegen England, das als Großbritannien bereits für Rio 2016 qualifiziert ist, setzte es in der Runde der letzten Acht eine 12:29-Pleite. Doch mit einem 21:5-Sieg über Aufsteiger Litauen zogen die DRV-Jungs in das Plate-Finale um den fünften Platz gegen Portugal ein. Aber dort setzte es eine 7:35-Schlappe. Daher sieht Nationaltrainer Rainer Kumm für das zweite GPS-Turnier in Lyon bei seiner Mannschaft auch noch Luft nach oben: „Der sechste Platz ist zwar das beste Ergebnis, das wir bisher erreicht haben, daher sind wir mit dem Abschneiden beim ersten Turnier auch zufrieden. Allerdings wäre noch mehr drin gewesen. Doch leider sind uns in den entscheidenden Spielen noch zu viele individuelle Fehler unterlaufen. Diese wollen wir bis Lyon möglichst minimieren“, sagt Kumm. Den EM-Auftakt in Moskau gewann Frankreich mit einem 40:17-Sieg im Finale gegen Russland.

Nach der guten Leistung in Moskau landete die DRV-Auswahl im zweiten Lostopf der Gruppenauslosung für das kommende Wochenende. Und die Glücksfee war der deutschen Mannschaft hold: In Lyon trifft die DRV VII in Gruppe C auf Spanien, Aufsteiger Litauen und Rumänien, das im Gesamtklassement aktuell den letzten Platz belegt.

Kader DRV VII:

Hannover 78: Phil Szczesny

Heidelberger RK: Clemens von Grumbkow, Robert Hittel, Niklas Hohl

RG Heidelberg: Fabian Heimpel, Bastian Himmer, Marvin Dieckmann

TG 75 Darmstadt: Johannes Schreieck

TV Pforzheim: Carlos Soteras-Merz

RK Heusenstamm: Tim Biniak, Sam Rainger

Trinity College (IRE): Sebastian Fromm