Nicht nur auf dem Platz wird hart gearbeitet – auch abseits des Feldes wird alle dafür getan, dass die DRV XV die Klasse in der Rugby Europe Championship hält. Das Teammanagement hat in den vergangen Monaten seine Hausaufgaben gemacht, um mit einem gestärkten Umfeld die kommenden schweren Aufgaben für die deutsche Rugby-Nationalmannschaft optimal in Angriff nehmen zu können. Neu im Team sind mit Heiko Satzke (Foto l.) und Bastian Böhm daher zwei ehemalige Bundesligaspieler, die die Aufgaben vom bisherigen Zeugwart Friedrich Bender künftig gemeinsam übernehmen. Der DRV-Premiumsponsor Wild Rugby Academy (WRA) hat sich mit den Beiden auf ein Gespräch getroffen.

WRA: In der kommenden Saison werdet ihr beide die 15er-Nationalmannschaft des DRV im Management unterstützen. Basti, du warst bereits beim WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien dabei. Erkläre uns doch bitte kurz, was eure Aufgaben bei den Lehrgängen und Länderspielen sein werden und wie du dein erstes Wochenende mit der Nationalmannschaft erlebt hast.

Böhm: In erster Linie unterstützen wir das Trainerteam um Kobus Potgieter im organisatorischen Bereich. Wir sorgen dafür, dass das nötige Equipment vor Ort ist, sind Ansprechpartner für Spieler und Trainer, wenn es an irgendetwas fehlt oder kümmern uns um Transfers der auswärtigen Sportler. Kurzum: Wir sorgen dafür, dass sich jeder Sportler und Trainer nur um seinen Job auf dem Platz kümmern muss.

Mein erstes Wochenende mit der Nationalmannschaft war das Länderspiel gegen Tschechien in Heidelberg im vergangenen Jahr. Ich bin damals sehr herzlich empfangen worden und habe mich direkt als Teil der Mannschaft gefühlt. Dass wir das Spiel dann noch in toller Manier mit dem nötigen offensiven Bonuspunkt gewonnen haben, hat diesen tollen Einstand dann noch perfekt abgerundet. Was mir am meisten imponiert hat, ist der Anstand und Respekt mit dem wir uns alle begegnen. Das ist allerdings, so glaube ich, in erster Linie unserem tollen Sport und seinen Werten geschuldet.

WRA: Heiko, du bist seit dieser Saison neu im Team. Ein Großteil der Mannschaft kennt dich aber bereits vom Heidelberger RK, wo du seit Jahren die Rolle des Zeugwarts übernommen hast. Wie kam der Kontakt zum DRV zustande?

Satzke: Aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit beim HRK sind die beiden Nationaltrainer Kobus und Pieter, die ja auch meinen Heimatverein betreuen, an mich herangetreten und haben mich gefragt, ob ich diesen Posten übernehmen würde. Ich musste nicht lange überlegen und bin froh darüber, meinen Teil zum Erfolg der Nationalmannschaft beitragen zu dürfen.

WRA: Ihr beide seid in euren Vereinen echte Urgesteine. Als unermüdlicher Kämpfer (Basti) und als Goldfuß (Heiko) habt ihr euch über viele Jahre hinweg einen Namen gemacht. Erzählt uns doch einmal mehr über euren Rugby-Background.

Böhm: Einer der größten und stärksten Jungs in meinem Kinderhort war der heutige DRV-Leistungssportreferent Manuel Wilhelm. Rugby war also schon immer Manus Lebensinhalt und er hat mich zur RG Heidelberg mitgenommen. Da war ich sieben Jahre alt. Zu Beginn meiner Rugby-Karriere wurde ich als Prop und später dann als Hakler eingesetzt. Als ich nach einem Vierteljahrhundert dann meinen Baby-Speck abgelegt hatte, habe ich dann meist in der 3. Reihe gespielt (lacht). Der Gewinn meiner ersten deutschen Meisterschaft als A-Schüler, der Ligapokal-Doppelpack mit der 2. Mannschaft und der Pokalsieg 2004 mit der 1. Mannschaft der RGH waren allesamt absolute Höhepunkte.

Satzke: Ich bin, im Gegensatz zu Basti, ein echter Spätstarter und habe das Rugby spielen erst im Alter von 17 Jahren sehr spät angefangen. Damals hat mich der ehemalige Nationalspieler Andreas Bieringer mit zum HRK genommen und von diesem Tag an bin ich beim Klub. Dort habe ich in der A-Jugend angefangen, mit 18 hatte ich mein erstes Spiel in der 2. Mannschaft des HRK dann nach ein, zwei Jahren spielte ich schon in der 1. Mannschaft. Zu Beginn als Außen und dann später auf der Position des Schluss. Meine größten Erfolge waren der Gewinn der Meisterschaft in der 2. Bundesliga sowie der Aufstieg in die 1. Liga 2005.

WRA: In der anstehenden Saison der Rugby Europe Championship stehen in sieben Wochen fünf harte Länderspiele an. Das bedeutet große Strapazen für das gesamte Team. Könnt ihr überhaupt bei allen Länderspielen und Lehrgängen vor Ort sein?

Satzke: Ich werde und möchte versuchen, bei allen Spielen mit der Mannschaft dabei zu sein. Mit meinem Arbeitgeber Capri-Sonne habe ich das bereits geklärt.

Böhm: Das wird auf jeden Fall ein gefühlter Marathon für alle Beteiligten. Frei nach dem Motto „mitgehangen, mitgefangen“, werde ich natürlich bei allen Maßnahmen dabei sein.

WRA: Warum habt ihr euch entschlossen im Management der DRV XV mitzuwirken? Was reizt euch an dieser Aufgabe?

Satzke: Mich hat die Aufgabe gereizt, da es international ein ganz anderes Umfeld ist, die Dinge vor, während und nach den Spielen und Lehrgängen zu organisieren. Ich finde es sehr wichtig, dass sich die Spieler rein auf ihre Arbeit konzentrieren können. Wenn ich dazu meinen Beitrag leisten kann, umso besser.

Böhm: Für mich ist es zum einen die Möglichkeit diesem tollen Sport etwas zurückzugeben und zum anderen bin ich davon überzeugt, dass meine Unterstützung hier gerne angenommen und geschätzt wird. Der Reiz liegt für mich natürlich auch an den Länderspielen und Reisen im In- und Ausland!

WRA: Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie seht ihr die Chancen der DRV XV auf den Klassenerhalt?

Satzke: Ich sehe die Chancen sehr gut, wenn die Jungs hart an sich arbeiten und den Glauben an die Ziele nicht verlieren. Dass es kein Spaziergang wird, ist aber allen klar.

Böhm: Ich denke, dass die Karten für einen Klassenerhalt in dieser Gruppe noch nie so gut waren wie zum jetzigen Zeitpunkt. Es wird jedoch sicherlich kein Selbstläufer und die Jungs müssen in jedem Spiel ihre beste Leistung abrufen.

Danke euch beiden für die Zeit und viel Erfolg für die kommenden Länderspiele.