Es war der erwartet schwere Auftakt bei den Hong Kong 7s 2018, wo das deutsche 7er-Rugbynationalteam der Männer erneut Anlauf nimmt auf die Qualifikation zur Sevens World Series. Doch das Team von Bundestrainer Vuyolwetu Zangqa feierte am ersten Turniertag zwei Siege und steht damit bereits als Viertelfinalist fest. Zum Auftakt gab es ein knappes 14:12 (14:5) gegen die mitfavorisierten Gastgeber, dann feierte die DRV VII ein klares 27:7 (10:7) gegen Zimbabwe. Am frühen Samstagmorgen (4.50 Uhr deutscher Zeit) geht es im abschließenden Vorrundenspiel gegen Vorjahres-Halbfinalist Papua-Neuguinea um den Gruppensieg.

„Das war ein sehr guter erster Tag“, zeigte sich der Bundestrainer zufrieden. „Das Wichtigste war, dass wir gut in dieses Turnier starten. Das ist uns gelungen. Hong Kong und auch Zimbabwe hatten jeweils den besseren Start, aber die Jungs haben Charakter und Kampfgeist gezeigt, die Tacklings und die Verteidigung waren sehr solide. Insgesamt bin ich wirklich happy mit der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben. Morgen können wir im letzten Gruppenspiel allen Spielern Einsatzzeit geben. Wir haben ein durchgängig stark besetztes Team, was auf diesem Level sehr wichtig ist. Ich hoffe, dass wir noch ein bisschen zulegen können.“

DRV-Sportdirektor Manuel Wilhelm: „Wir sehen hier ein sehr ausgeglichenes Turnier auf einem sehr hohen Niveau – noch eine ganze Ecke stärker als letztes Jahr. Chile, Japan, Uganda, Papua-Neuguinea und insbesondere Irland machen einen sehr guten Eindruck. Und auch Hong Kong oder Zimbabwe können noch eine Rolle spielen, wenn sie die Vorrunde überstehen.“

Deutschland – Hong Kong                 14:12 (14:5)
Knapp und auch mit ein klein wenig Glück nahm die DRV VII bei schwierigen Witterungsbedingungen in Hong Kong die Auftakthürde. Deutschland startete unglücklich in die Partie, als Fabian Heimpel einen freien Ball nicht aufnehmen konnte und so die Gastgeber in die Position kamen, die Yiu Kam Shing auf der linken Seite den ersten Versuch ermöglichte (2.).

Doch das DRV-Team zeigte sich unbeeindruckt, ging weiter hoch konzentriert zu Werke. Zwar hatte man noch Pech, als Max Calitz den vom Regen rutschigen Ball nach einem Pass von Bastian Himmer beim Ablegen aus der Hand verlor (4.), doch nur eine Minute später markierte Himmer selbst den verdienten ersten Versuch. Der Heidelberger täuschte einen Pass an, schnitt dann stark in die Lücke und legte ab. Fabian Heimpel erhöhte sicher. Und es dauerte auch nicht lange, bis man die Führung ausbauen konnte. Nach einem Ballgewinn von John Dawe gelang Niklas Hohl ein kluger Kick auf die freie rechte Seite, wo Marvin Dieckmann den Ball aufnahm und unbedrängt zum zweiten deutschen Versuch einlief (6.) – erneut erhöht zum 14:5-Pausenstand von Heimpel.

Auch nach dem Seitenwechsel verteidigte das deutsche Team gut, hielt den Gegner gut aus der eigenen 22-Meter-Zone raus. Doch in der 10. Minute hatte Hong Kong gut eine Überzahl geschaffen, die Jamie Hood zu einem erhöhten Versuch nutzte und damit auf 12:14 verkürzte. In der Folge waren die Asiaten am Drücker, Deutschland schwamm ein wenig und hatte in der einen oder anderen Situation auch Glück, dass Hong Kong den Ball nicht besser kontrollieren konnte. So brachte man den knappen Vorsprung über die Zeit.

Deutschland – Zimbabwe          27:7 (10:7)
Auch der Start ins zweite Spiel verlief nicht wie geplant. Nach ein, zwei individuellen Fehlern spielte sich Zimbabwe früh in eine gute Position, zeigte einen sehenswerten Offload und kam durch Riaan O’Neill auf der linken Außenbahn zum ersten Versuch und mit der Erhöhung zur 7:0-Führung (1.). Das deutsche Team fand zunächst nicht richtig ins Spiel und hatte dazu auch noch Pech, als Bastian Himmer nach einem guten Lauf von Sebastian Fromm über das Ruck fiel und so der Ball an den Gegner ging (3.). Doch mit laufender Spieldauer bekam die DRV VII mehr Kontrolle. Eine lange Angriffsphase mit gutem Passspiel endete auf der linken Seite bei John Dawe, der zwar Mühe hatte, den Ball in den Griff zu bekommen, aber dennoch regelgerecht ablegte und auf 5:7 verkürzte (6.). Zimbabwe zeigte sich beeindruckt, leistete sich einen Ballverlust in der eigenen 22-Meter-Zone und sah für einen herausgeschlagenen Ball auch noch die Gelbe Karte (7.). Nur Sekunden später tauchte wieder ganz links Tim Lichtenberg ins Malfeld, sodass das deutsche Team mit einer knappen 10:7-Führung in die Pause ging.

Deutschland kam deutlich besser in die zweite Hälfte als zuvor in die erste. Immer noch in Überzahl spielte man die Situation geschickt aus, verlagerte gut, und am Ende war es Niklas Hohl, der den nächsten Versuch markierte, den Fabian Heimpel diesmal von der Außenlinie erhöhen konnte. (8.). Jetzt hatte das DRV-Team das Spiel fest im Griff, bewegte sich gut in der Verteidigung und ließ kaum noch nennenswerte Szenen der Zimbabwer zu. Nach einem langen Pass von Marvin Dieckmann nach links war es in der 10. Minute Kain Rix, der mit seinem Versuch für das 22:7 und damit für die Vorentscheidung sorgte. Doch ein „Schmankerl“ hatte der DRV noch zu bieten. Kurz vor Schluss täuschte Bastian Himmer einen Pass an, zeigte stattdessen einen Überkick ins Malfeld, wo er den Ball selbst erlief (14.) und so den mittlerweile hoch verdienten 27:7-Endstand herstellte.

(Foto: Jan Perlich)