Kapitän Benjamin Fromm forderte seine Jungs auf ihm zu folgen. „Ich freue mich total auf dieses Spiel und ich will, dass wir es gemeinsam gewinnen“ Gemeint war das Eröffnungsspiel der DRV U16 gegen Polen – eine bereits vorentscheidende Partie um den Gesamtsieg im FIRA-Nationencup im ungarischen Esztergom. Zu deutlich war die Dominanz beider Nationen im Vergleich mit den Tschechen und den Ungarn, ohne deren Leistung zu schmälern. Die markantesten Unterschiede waren in der Physis und im taktischen Zusammenspiel der Mannschaftsteile zu erkennen.

Die polnische Mannschaft legte druckvoll los und spielte eine Sturmphase nach der anderen in Richtung des deutschen Malfeldes. Immer wieder schickten sie ihre durchbruchsstarken Spieler in den Kontakt, musste aber zum eigenen Erstaunen erkennen, dass die deutsche Verteidigung wie eine Wand stand. Völlig unbeeindruckt zeigte sich die deutsche Mannschaft, wirkte auf den Punkt hoch konzentriert und setzte die Polen aus der Defensive heraus unter Druck. Die gewonnen Bälle wurden weit ins gegnerische Feld getragen und dort verteidigt. Zum Spiel sei angemerkt, dass die Gedränge ohne Druck gespielt wurden. Die Gassen wurden umkämpft gespielt und die Halbzeiten waren jeweils zehn Minuten lang. Diese Turnierregeln machten sich die beiden Trainerfüchse Tim Wimberg und Stefan Diedrichs zu Nutze und trafen mit der Entscheidung, Mischa Moroz auf die Haklerposition zu setzen, mitten ins Schwarze. Eben dieser Spieler war es, der in der 6. Spielminute den ersten Versuch für die DRV U16 erzielte und die Marschroute für dieses Spiel aufzeigte. Nach der Pause ging es nahtlos weiter. Isaac Berry erhöhte per Straftritt in der 12. Minute auf 10:0. Dies brachte das polnische Spiel ins Stocken und das Selbstbewusstsein zu Beginn des Spieles bröckelte. Als die deutschen Jungadler nur kurze Zeit später den zweiten Versuch erzielten, wieder durch Moroz, war das Spiel entschieden: 17:0 lautete der Entstand gegen die stark spielenden Polen.

Im zweiten Spiel des Tages spielte die deutsche Mannschaft gegen Tschechien. Dabei galt es, das Ergebnis aus dem Polenspiel zu bestätigen. Die Tschechen zeigten sich unbeeindruckt vom Spiel der Deutschen und suchten ihre Chancen im eigenen Spielsystem und dessen taktischen Auslegungen. Eigene Bälle aus dem 22er nicht heraus zu treten, wurden von den Jungadlern gnadenlos bestraft. Zwei schnelle Versuche zeigten die Richtungen dieses Spieles auf und so gewährten die DRV-Trainer weiteren Spielern Spielpraxis. Am Ende siegte die deutsche Nachwuchsnationalmannschaft mit 28:0. Im letzten Spiel des Turniers ging es dann gegen den Gastgeber Ungarn.

Vor Anpfiff war den Trainern und der Mannschaft bewusst, dass dieses Spiel nicht verloren werden kann, wenn das Team seinem System treu bleibt. Respektvoll vor dem Gegner, aber nahezu erbarmungslos zeigten die DRV-Jungs dann ihre Spielfreude erzielten viele Punkte zum 48:0-Sieg. Dabei kamen auch die letzten Spieler zum Einsatz, die bis dahin auf der Auswechselbank Platz nehmen mussten. Alle 26 Teilnehmer konnten so den Adler auf der Brust tragen und am Ende voller Stolz vom Platz gehen. Das Fazit der Trainer Wimberg und Diedrichs fiel daher positiv aus: Der DRV-Nachwuchs spielte ein perfektes Turnier ohne Gegenversuch.

Über den aktuellen Leistungsstand der U16 können sich die Rugby-Fans live ein Bild machen. Denn das Team trifft Samstag (10. Mai, 17 Uhr) in Heidelberg auf dem Gelände des SC Neuenheim (Tiergartenstraße 7) im Rahmen einer Maßnahme des Deutsch-Polnischen-Jugendwerkes (DPJW) auf die polnische U17-Nationalmannschaft. Die Polen bereiten sich mit diesem Spiel bereits auf die U18-EM 2015 vor. Im schon zur Tradition gewordenen jährlichen Vergleich steht es 4:1 für die deutsche Auswahl.