Die deutschen 7er-Frauen haben beim zweiten und letzten Turnier der Women’s Sevens Trophy im ungarischen Esztergom einen sehr souveränen ersten Tag abgeliefert und als Erste ihrer Vorrundengruppe das Viertelfinale erreicht. Gegen Israel (26:0), die Schweiz (29:12) sowie Gastgeber Ungarn (53:5) feierte das Team von Coach Melvine Smith überlegene Siege und trifft nun am Sonntag um 10.22 Uhr in der Runde der besten acht Teams auf Finnland.

Coach Melvine Smith war nach dem ersten Turniertag dennoch nicht ganz zufrieden: „In den ersten zwei Spielen lief es noch nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir schauen immer auf unsere ‚triple A’ – attitude, accuracy und aggressiveness. Und da hat es uns vor allem an der Genauigkeit gefehlt. Wir haben zwar oft Situationen gut vorbereitet, diese dann aber nicht gut zu Ende gebracht. Ich bin aber total glücklich mit der Leistung im dritten Spiel, wo die Mädels absolut gezeigt haben, wozu sie fähig sind. Daran müssen wir nun morgen anknüpfen.“

Deutschland – Israel                            26:0 (19:0)
Wie schon beim Duell im ersten Turnier in Ostrava (CZE) hatten die Israelinnen dem deutschen Team praktisch nichts entgegenzusetzen. Zwar lief bei der DRV-Auswahl im Auftaktspiel noch längst nicht alles rund, doch schon der erste Drive Israels wurde in deren 22-Meter-Zone gestoppt, und aus einem Straftritt resultierte direkt der erste Versuch durch Steffi Gruber (2.). Nach einem schnell ausgeführten Straftritt brach Lisa Bohrmann zu einem von Leonie Hollstein erhöhten Versuch durch und noch vor dem Seitenwechsel legte Julia Braun nach einem langen Sprint ganz links einen weiteren Versuch, den Hollstein ebenfalls zum 19:0-Pausenstand erhöhen konnte. Deutschland hatte bis dahin zwar ein paar Schwierigkeiten, seine Struktur zu finden, weil aber Israel keine Idee gegen das druckvolle deutsche Spiel hatte, dominierten die DRV-Mädels dennoch beinahe nach Belieben.

Ein paar Ungenauigkeiten im Passspiel ließ Israel etwas besser ins Spiel kommen, und der Druck wuchs ein wenig an. Doch daraus resultierten keine gegnerischen Punkte, denn die DRV-Verteidigung packte jederzeit gut zu, sodass die Gegnerinnen höchstens mal in die Nähe des Malfelds kamen. In der 14. Minute war Julia Braun scheinbar auf dem Weg zum vierten Versuch, wurde aber noch gestoppt, doch in der Nachspielzeit setzte erneut Steffi Gruber und Braun mit der Erhöhung den Schlusspunkt zum 26:0-Auftaktsieg.

Deutschland – Schweiz             29:12 (15:7)
Auch in der Partie gegen die Schweizerinnen waren die DRV-Frauen insgesamt die klar bessere Mannschaft. Steffi Gruber mit zwei nahezu identischen Versuchen auf der rechten Seite und Lisa Bohrmann nach zwei, drei guten Offloads hatten zum 15:0 vorgelegt, ehe die Eidgenossinnen in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit die einzige Unachtsamkeit in der DRV-Abwehr nutzten und überraschend auf 7:15 verkürzten.

Als eine Schweizerin in der 9. Minute zwei Tacklings brach und danach freie Bahn für den Versuch zum 12:15 hatte, war die Partie plötzlich viel enger, als es der Spielverlauf hätte annehmen lassen. Doch die DRV-Auswahl blieb konzentriert, baute sofort wieder Druck auf uns belohnte sich mit dem Versuch von Carola Gleixner durch die Mitte, den Leonie Hollstein zum 22:12 erhöhte (11.). Deutschland kam danach mehrfach in gute Position, ließ aber Chancen liegen, bis Steffi Gruber in der Nachspielzeit mit einem von Nora Baltruweit erhöhten Versuch den Deckel drauf machte.

Deutschland – Ungarn               53:5 (26:5)
Ungewohnte Situation für die deutschen Frauen: Nach einer langen ersten Angriffsphase gingen die Gastgeberinnen mit einem Versuch links außen mit 5:0 in Führung (2.). Doch das brachte das DRV-Team in keinster Weise aus der Fassung. Im Gegenteil: Die Antwort kam direkt im Gegenzug. Carola Gleixner zog einen langen Sprint über die rechte Seite an, ließ noch den Sweeper aussteigen und legte unter den Stangen ab, sodass Leonie Hollstein mit der Erhöhung die Führung für ihr Team holte. Von da an lief die Partie praktisch nur noch in eine Richtung. Die deutschen Frauen hielten den Druck hoch, ließen den Ball gut laufen und fanden immer wieder Lücken in der ungarischen Verteidigung, sodass Julia Braun (6.), Steffi Gruber (7.) und Carola Gleixner in der Nachspielzeit mit ihren Versuchen noch vor dem Seitenwechsel auf 26:5 erhöhten und damit die Fronten für dieses Spiel klärten.

Ungarn hatte auch im zweiten Durchgang dem Dauerdruck der DRV-Auswahl nichts entgegenzusetzen, kam kaum einmal aus der eigenen Hälfte heraus, während Deutschland ständig anrannte, harte Tacklings setzte, leichte Ballgewinne in den Rucks verzeichnete und weiter nach Belieben punktete. Julia Braun fing einen Pass ab (8.), Leonie Hollstein spielte Doppelpass mit Braun (10.), Mette Zimmat setzte Sprints zu gleich zwei Versuchen an (11. und 12.). Den Schlussstrich unter eine ausgesprochen einseitige Partie und eine in allen Belangen starke Leistung der DRV-Frauen setzte in der Nachspielzeit Steffi Gruber, die einen weggeworfenen Ball aufnahm und mit ihrem Versuch ungehindert den 53:5-Endstand herstellte.