„Am Ende werden wir gewinnen – und zwar deutlich“, die Nationaltrainer Alfred Jansen und Marcus Trick waren von Anfang an zuversichtlich. Berechtigt, denn im letzten Jahr gewann die inoffizielle Nationalmannschaft G15 das Spiel gegen die Schweiz bereits 47:13. Die beiden Heidelberger Trainer hatten recht, auch dieses Mal gewinnen die deutschen Frauen diese Partie, Endstand 36:0 – es hätte aber auch deutlicher ausgehen können.

23 Frauen wurden nach dem ersten Lehrgangstag nominiert, um am Sonntag das erste Länderspiel seit 2010 zu absolvieren. Unter den „Starting 15“ waren acht Spielerinnen dabei, die zum ersten Mal die große Ehre hatten, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen. Nur Marlene Lorenz, Sabine Schubert, Ninja Duri (alle FC St. Pauli), Dana Kleine-Grefe, Lisa Kropp (beide ASV Köln), Simone Otto (SC Germania List) und Elisa Trick (SC Neuenheim) hatten bis 2010 bereits Länderspiele für Deutschland bestritten.

Von der ersten Spielminute an war das Spiel von vielen Kicks der Kapitänin Dana Kleine-Grefe geprägt. Direkt nach dem ersten Ankick der Schweizerinnen versuchte sie die Mannschaft aus dem 22-Meter Raum mit einem Tritt zu befreien. Für die Gäste waren solche Kicks jedoch auch häufiger ein Geschenk, die sie zum Gegenangriff nutzten, anstatt unsere Frauen sie zurückerobern konnten. In dem Fall endetet der Gegenangriff jedoch schnell in einem Gedränge für Deutschland, auf das kurz darauf eine Gasse an der gegnerischen 22-Meter-Linie folgte. Der folgende Angriff mündete in einem Straftritt für Deutschland und bereits in der 5. Spielminute konnte Kleine-Grefe diesen mit einem erfolgreichem Kick in eine 3:0-Führung verwandeln. Der Versuch der Schweizerinnen kurz darauf mit einem Straftritt auszugleichen, misslingt.

Im folgendem Spielverlauf muss Schiedsrichterin Lee Bryant viele Straftritte verteilen, besonders die Schweizerinnen werden immer wieder auf Grund ihres Abseits-Verhaltens ermahnt. Doch ein dauerhafter Raumgewinn gelingt den deutschen Frauen nicht, sie werden immer wieder von den Schweizerinnen vor das eigene Malfeld gedrängt. Nachdem auch die Gäste lange im Ballbesitz waren, gibt es erneut einen Straftritt für die DRV XV, gefolgt von ihrem ersten Durchbruch durch Ninja Duri, die jedoch kurz vor dem Malfeld gestoppt wurde. Die folgende Gasse der Schweizerinnen kann von den deutschen Stürmerinnen gewonnen werden, doch der Angriff der Hintermannschaft wird schnell gestoppt. Lisa Kropp entscheidet sich die Sache selbst in die Hand zu nehmen und schafft mit starken Hand-Off’s zwei Gegnerinnen aus den Weg. Daraufhin gelingt der erste Versuch durch Susanne Pfisterer.

Der zweite Versuch lässt nicht lange auf sich warten: In der 30. Spielminute ist es Salome Traut die vor der Halbzeitpause für die deutliche Führung sorgt. Mit der gelungenen Erhöhung von Kleine-Grefe steht es in der Pause 17:0.

Auch in der zweiten Hälfte versucht Kölscher Mädchen Kleine-Grefe das Spiel mit vielen Kicks zu gestalten. Durch den Regen werden die Pässe ungenauer und die Angriffe der Hintermannschaft halten sich auf kleinem Raum. Die Schweizer wirken vor allem in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit besser organisiert und drängen die Deutschen immer wieder in die eigene Hälfte. Bis sie schließlich ein starkes Pick & Go-Spiel präsentieren und ein Straftritt 5 Meter vor dem Malfeld erhalten. Diesmal ist es Melissa Paul der es gelingt ins Malfeld einzutauchen, die Erhöhung von weit Außen gelingt der Kapitänin diesmal jedoch nicht.

In den folgenden Minuten zeigen auch die Schweizerinnen tolle Angriffe, doch starke Tackles der deutschen Damen verhindern die Gäste daran, in dieser Partie ebenfalls zu Punkten. In der 60. Spielminute gelingt der deutschen Hintermannschaft einen klasse Angriff: Lisa Kropp bindet zwei Leute an der eigenen 10-Meter-Linie, bringt den Pass zu Dana Kleine-Grefe die den Ball kurz vor dem Malfeld zur frisch eingewechselten Franziska Holpp spielt, die unter den Malstangen punkten kann.

Nach vielen Ballwechseln folgt erneut ein super Angriff: Lisa Kropp bringt ein perfekten Pass auf Elisa Trick, die im vollen Sprint den Ball bekommt und kurz vor dem Malfeld den Pass zu Kleine-Grefe macht, die die nächsten fünf Punkte holt! Sie selbst erhöht auf 36:0.

Es gab weitere gute Durchbrüche durch Duri und Trick, doch die Gäste haben mit vereinzelt guten Tackles weitere Versuche der deutschen Frauen verhindert. Die Gastgeber hatten durchaus weitere Chancen noch mehr Versuche zu legen: eigene, aber auch gegnerische Standards wurden gewonnen, doch der Ball konnte häufig einfach nicht zur äußersten Spielerinnen transportiert werden.

Für die deutschen Frauen ist das Ergebnis nicht nur ein Erfolg, sondern das ganze Event konnte sich sehen lassen. Am Rugbyplatz des Heidelberger Ruder Klub haben sich ca. 350 Zuschauer an dem Comeback der 15er Nationalmannschaft erfreut!
Das Nationaltrainer-Duo setzte sieben der acht Auswechselspieler ein: 1 Marlis Gerigk 2 Marlene Lorenz (Mareike Bier) 3 Sabine Schubert (58. Noemi Mager) 4 Monica Yee (52. Katrin Vocke) 5 Simone Otto (69. Mona Bieringer) 6 Melissa Paul (73. Uli Borchardt) 7 Anja Czaika 8 Elisa Trick 9 Josi Pora (50. F. Holpp) 10 Dana Kleine-Grefe (c) 11 Susanne Pfisterer (62. Annika Nowotny) 12 Lisa Kropp 13 Lisa Bohrmann 14 Salome Trauth 15 Ninja Duri (71. Johanna Hacker).