Die deutschen 7er-Rugbymänner haben bei der Premiere der hochkarätig besetzten DHL Oktoberfest 7s in München am Ende eines ganz starken ersten Turniertags als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht. Das Team des neuen Bundestrainers Vuyo Zangqa verlor zwar knapp das Auftaktspiel gegen World-Series-Teilnehmer Argentinien, legte dann aber in der Vorrunde zwei Siege gegen England und Uganda hin. Am Ende entschied die beste Punktedifferenz im Kampf um Platz eins in der Gruppe B zu Gunsten der DRV-Auswahl. In der Runde der besten Acht geht es am Samstag nun um 14.38 Uhr erneut gegen England, das sich als bester Gruppendritter ebenfalls qualifiziert hat.

Trainer Vuyo Zangqa: „Unsere Performance heute war sehr spannend. Für die war ja Vieles neu vor diesem Turnier – das Coaching, der Staff. Wir haben das erste Spiel ein wenig unglücklich verloren, obwohl wir nicht das schlechtere Team waren, aber die Jungs haben das gut weggesteckt und haben gegen England und Uganda noch mal was draufgepackt. Wir sind sehr glücklich mit diesem ersten Tag. Zwei Siege und eine knappe Niederlage haben uns ins Viertelfinale gebracht. Jetzt gilt es, zu regenerieren und morgen möglichst noch eine bessere Leistung abzurufen, denn Tag zwei ist der, an dem es zählt.“

Auch DRV-Sportdirektor Manuel Wilhelm zeigte sich angetan von der Leistung des deutschen Teams: „Wir haben Spiele auf einem hohen Niveau gesehen, und die Mannschaft hat absolut gezeigt, dass sie auf diesem Level mithalten kann.“

Kapitän Samuel Rainger: „Wir sind äußerst zufrieden mit unserer Leistung am ersten Tag. Jetzt wollen wir morgen auch weiterkommen. Wir haben ein super Team und einen großen Willen. Da ist es auch egal, gegen wen es geht. Ich denke, es ist alles drin.“

Argentinien – Deutschland      21:14 (7:7)
Das deutsche Team hielt gegen den Olympia-Sechsten aus Südamerika mit einer aggressiven Defensive von Beginn an gut dagegen, hatte in der Anfangsphase auch Glück, dass die „Pumas“ ihre erste Chance nicht nutzen konnten. Offensiv war ein großer Aufwand notwendig, der allerdings in der 5. Minute mit der Führung durch einen über Sam Rainger und Carlos Soteras Merz schön heraus gespielten Versuch von Tim Lichtenberg belohnt wurde. Fabian Heimpel erhöhte sicher. Argentinien schaffte in der Nachspielzeit einer sehr ausgeglichenen ersten Hälfte allerdings noch den Ausgleich durch einen erhöhten Versuch von Franco Sabato.

Deutschland verlor zu Beginn des zweiten Durchgangs ein wenig den Zugriff, brachte die Gegner nicht richtig zu Boden und geriet erstmals in Rückstand (8.). Doch in der Folge fing man sich schnell wieder und glich seinerseits in der 12. Minute aus. Leon Hees überrumpelte die „Pumas“ mit einem schnell ausgeführten Straftritt und legte den Ball unter den Stangen ab. Heimpel stellte mit dem Erhöhungskick auf 14:14. Deutschland kickte an, und die Südamerikaner fanden sofort die Lücke, die den entscheidenden Versuch zum aus deutscher Sicht am Ende unglücklichen 14:21 bedeutete.

England – Deutschland 14:21 (7:14)
England begann druckvoll, war allerdings zumeist bei der wiederum stark zupackenden DRV-Verteidigung gut aufgehoben. Auch offensiv setzte Deutschland früh Akzente und ging durch Tim Lichtenberg, der nach einem Zuspiel von Fabian Heimpel einen langen Sprint auf der linken Seite bis ins Malfeld anzog, und die Erhöhung durch Heimpel mit 7:0 in Führung (5.). Doch im direkten Gegenzug fand Englands Ben Howard die Lücke und überlief das komplette deutsche Team für den Ausgleich (6.). Die DRV-Mannen blieben aber im Spiel, Leon Hees fand mit seinem Pass erneut Tim Lichtenberg, der zwei Haken schlug und so einen sehenswerten und erneut von Heimpel erhöhten Versuch zum verdienten 14:7-Pausenstand legte (7.).

Das deutsche Team bestimmte auch nach dem Seitenwechsel die Partie, musste nach einer Fehlentscheidung des jungen Schiedsrichters, der einen klaren Vorball der Engländer übersah, allerdings den 14:14-Ausgleich hinnehmen. Die DRVer zeigten sich jedoch unbeeindruckt und hatten sogar Pech, als ein katastrophaler Fehlpass von Daniel Koch einen aussichtsreichen Drive beendete. Doch diesen Sieg wollten die Deutschen am Ende mehr. Jarrod Saul eroberte den Ball im Counter-Ruck, bekam den Ball noch an Bastian Himmer abgegeben, der sich damit zum Sieg ins Malfeld warf. Daniel Koch stellte mit seinem Erhöhungskick den 21:14-Endstand her.

Deutschland – Uganda  31:7 (19:0)
Das DRV-Team startete enorm druckvoll und stürmte schon kurz nach dem Ankick erstmals in ugandische Malfeld. Bastian Himmer führte einen Straftritt schnell aus und legte den ersten Versuch, den Fabian Heimpel diesmal nicht erhöhen konnte (1.). Die Afrikaner kamen in der Folge zwar das eine oder andere Mal in aussichtsreiche Position, leisteten sich aber einige leichtsinnige Fehler und fanden insgesamt kein probates Mittel gegen das Spielsystem der Zangqa-Schützlinge. Nach einem Pass von Himmer schlüpfte Tim Lichtenberg durch zwei Verteidiger hindurch und legte den zweiten erhöhten Versuch (3.). Das Spiel lief fast ausschließlich in eine Richtung, und so baute Deutschland die Führung konsequent weiter aus. Nach einem gewonnenen Gasseeinwurf bekam Jarrod Saul den Ball, blieb bei einem Tackling auf den Beinen und schaffte es bis ins Malfeld (7.). Beinahe hätte Max Calitz noch vor der Pause den vierten Versuch markiert, der der wuchtige Stürmer geriet um Zentimeter ins Aus.

Die DRVer hielten den Druck hoch, belohnten sich zunächst jedoch nicht mit weiteren Punkten. Auf der anderen Seite ließ man Uganda aber auch kaum Platz zur Entfaltung, schnürte die Afrikaner beinahe in deren 22-Meter-Zone ein. Nach einem Ballgewinn von Sam Rainger war es erneut Himmer, der die Führung in der 12. Minute – inklusive Erhöhung Heimpel – dann aber doch auf 26:0 ausbaute. Weil John Dawe wenig später eine Zeitstrafe erhielt, musste das deutsche Team die Schlussphase in Unterzahl bestreiten. Das nutzten die schnellen Ugander zur Ergebniskosmetik (14.). Die wollten noch mehr, kickten schnell wieder an, kassierten dann aber einen Konter von Carlos Soteras Merz, der mit seinem Versuch den auch in der Höhe verdienten 31:7-Sieg herstellte.

(Foto: Jan Perlich)