Die 7er-Frauen des Deutschen Rugby-Verbandes haben den Turniersieg beim ersten von zwei Turnieren der europäischen Women’s Sevens Trophy zwar letztlich klar verpasst. Doch mit dem zweiten Platz im tschechischen Ostrava hat die junge DRV-Auswahl einen wichtigen Schritt auf dem Weg zurück in die erstklassige Grand Prix Series machen können. Im Finale war man den in Ostrava klar dominierenden Schottinnen deutlich mit 0:46 (0:24) unterlegen gewesen. Mitfavorit Ukraine kam auf den dritten Rang.

„Das war ein guter erster Schritt für diese junge Mannschaft, die in Ostrava erfreuliche Spielanlagen und eine absolut positive Entwicklung gezeigt hat“, lobte DRV-Sportdirektor Manuel Wilhelm. „Schottland hat allerdings eindrucksvoll demonstriert, was im Falle eines Aufstiegs in die Grand Prix Series auf uns zukommt. In dieser Top-Division kann man nur mithalten, wenn es uns gelingt, das Team zu zentralisieren und täglich miteinander zu arbeiten.“

Schon am ersten Turniertag musste man sich in den Gruppenspielen dem in allen Belangen überlegenen schottischen Team, welches das mit Abstand stärkste im Wettbewerb war, mit 0:36 (0:26) klar geschlagen geben. Da hatte man allerdings nach souverän herausgespielten Siegen gegen Israel (36:0) und Moldawien (41:0) das Viertelfinalticket bereits sicher.

In der Runde der besten Acht stand man den tschechischen Gastgeberinnen gegenüber. Steffi Gruber und Lisa Bohrmann sorgten mit zwei nahezu identischen Versuchen früh für die Führung. Deutschland hielt die Tschechinnen mit einer starken Defensive, die auch schon am ersten Turniertag überzeugt hatte, gut in Schach, ließ die Gegnerinnen nur einmal durchschlüpfen. Doch noch vor der Pause wehrte Friederike Kempter drei Gegnerinnen ab und legte zum dritten Mal ab, was den völlig verdienten 15:5-Pausenstand bedeutete. Auch nach dem Seitenwechsel bestimmten die DRV-Frauen das Geschehen auf dem Platz, legten durch Steffi Gruber und zwei Mal Julia Braun weitere Versuche nach und hatten die Partie bereits entschieden, ehe Tschechien in der Schlussminute noch auf 10:32 verkürzen konnte.

Auch im Halbfinale gegen Rumänien ging das deutsche Team durch einen Versuch von Julia Braun zunächst in Führung, doch die Rumäninnen drehten die Partie noch vor der Pause mit zwei Versuchen in ein 5:12 aus deutscher Sicht. Die Adler Sevens kamen aber druckvoll aus der Pause, glichen durch einen von Julia Braun erhöhten Versuch von Lisa Bohrmann erst aus und dominierten daraufhin die zweite Halbzeit nach Belieben. Julia Braun holte mit einem sehenswert von Kempter und Mette Zimmat vorbereiteten Versuch die Führung zurück, den Schlusspunkt setzte dann wieder Steffi Gruber zum 22:12-Endstand.

So kam es im Endspiel erneut zum Duell mit Schottland, und es verlief praktisch so wie das Gruppenspiel. Schottland, war athletisch wie taktisch das bessere Team, machte weniger Fehler, nutzte im Gegenzug die deutschen effektiv aus und legte schon in der ersten Hälfte vier Versuche zum 24:0. Nach dem Seitenwechsel ging es in diesem Stil weiter. Deutschland fand zu keiner Zeit ein adäquates Mittel gegen die überlegen spielenden Schottinnen, die weitere vier Mal ins Malfeld einliefen und am Ende völlig verdient mit 46:0 gewannen und den Turniersieg einsackten.

Abschlussklassement in Ostrava (CZE):
1. Schottland, 2. Deutschland, 3. Ukraine, 4. Rumänien, 5. Ungarn, 6. Tschechien, 7. Finnland, 8. Schweiz, 9. Moldawien, 10. Lettland, 11. Israel, 12. Malta