Der Deutsche Rugby-Verband hat sein Team an hauptamtlichen Mitarbeitern zur Verbesserung der leistungssportlichen Strukturen weiter aufgestockt. Seit April ist der ehemalige Nationalspieler Colin Grzanna als Head of Physical Performance verantwortlich für alle Belange um die physische Leistungsfähigkeit aller deutschen Nationalspieler und Nationalspielerinnen. (Foto: Jürgen Keßler)

Zu seinen Hauptaufgaben wird es gehören, ein umfassendes Leistungsprogramm und die dafür notwendige Infrastruktur zu entwickeln und umzusetzen, um die Spielerleistung und die –verfügbarkeit der A-Nationalteams sowie künftig aller Altersklassen zu maximieren. Darunter fällt auch, dass der DRV Zugang hat zu den neuesten Erkenntnissen in den Bereichen Sportwissenschaft, Analyse, Kraft und Konditionierung, Ernährung, Psychologie und Lifestyle-Unterstützung. Darüber hinaus sollen ein umfangreiches System der medizinischen und physiotherapeutischen Unterstützung sowie bestmögliche Vorbereitungs- und Entwicklungsprogramme für die 15er- und 7er-Teams für die nächsten Jahre entstehen. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um die A-Nationalmannschaften, sondern auch um die Schaffung von Leistungsstandards, Wegen und Unterstützungssystemen für Spieler der Altersklassen U16 bis U20.

„Wir haben ein großes Potenzial im Jugendbereich und sind lange nicht soweit von der internationalen Spitze entfernt, wie manche das denken“, ist sich Colin Grzanna sicher. „Wir müssen weiter gemeinsam an den entsprechenden Strukturen arbeiten, um sich auf ihrem Entwicklungsweg zu unterstützen, ihnen aufzeigen, wie man den Schul- oder Arbeitsalltag mit dem Leistungssport vereinbaren kann. Wir werden uns jetzt einmal einen Überblick über den Ist-Zustand verschaffen, ihn mit dem Soll vergleichen und dann ein Konzept entwickeln, wie wir das nach Möglichkeit angleichen können. Ich freue mich sehr darauf, das für das deutsche Rugby umsetzen zu können, werde dafür aber auch ein gutes Team benötigen, das entsprechende Maßnahmen an den großen Rugby-Zentren in Deutschland überwacht.“

Grzanna, der selbst 26 Mal für Deutschlands Rugbynationalmannschaft aufgelaufen ist, und künftig auch die medizinische Versorgung der Nationalteams verantwortet, hat seinen Facharzt für Allgemein-Chirurgie an der Charite in Berlin gemacht und ist im Bereich der Orthopädie spezialisiert. „Als sich die Möglichkeit ergab, den Rugbysport, der seit 34 Jahren meine große Leidenschaft ist, künftig positiv mit entwickeln zu können, habe ich es als große Ehre empfunden, gefragt worden zu sein. Ich freue mich sehr auf die bevorstehenden Herausforderungen.“

Auch beim DRV ist man überaus glücklich mit dieser Konstellation: „Wir sind froh, in enger und ständiger Abstimmung mit World Rugby nun unseren Wunschkandidaten für diese Position in unseren Reihen zu haben“, versichert DRV-Sportdirektor Manuel Wilhelm. „Colin war als Nationalspieler und auch als Kapitän in den 15er- und 7er-Nationalteams einer der Besten  seiner Generation und bringt neben einem überragenden Fachwissen aus langjähriger Berufserfahrung als Mediziner auch den nötigen Enthusiasmus für den deutschen Rugbysport mit.“